«ADHS braucht keine Therapie – sondern Coping-Strategien»

ZAG Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen des Kantons Zürich
26 November 2022, 10:00 Uhr
Dr. Phil. François Gremaud

Weiterbildungstag adhs20+: «ADHS braucht keine Therapie – sondern Coping-Strategien»
Die Unzulänglichkeit, dieses Gefühl nicht zu genügen, sitzt tief und kann das Verhalten von Menschen mit einer ADHS Disposition stark beeinflussen!

Dr. Phil. François Gremaud, Botschafter adhs20+ Psychotherapeut FSP, Supervisor FS

AD(H)S gilt in der Diagnostik als ein Geburtsgebrechen, das an und für sich nicht auskuriert werden kann, während psychiatrische Erkrankungen wie z. B. Depression oder Angststörung durch Psychotherapie völlig remittiert werden können. Bei AD(H)S geht es dagegen um eine integrierte Intervention – in der Alltagspraxis vor allem medikamentös –, die den Umgang mit der Symptomatik (meistens Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität und Impulsivität) zum Ziel hat.

Nun entstehen bei Betroffenen in verschiedenen Lebensphasen öfters Fragen in Bezug auf die Prognose.

Klassische, lineare Behandlungen in psychiatrischen Einrichtungen konzentrieren sich auf eine Reduzierung der Symptomatik und vergessen oft einen Em[1]powerment-Ansatz, der mit seinem „giving hope“ Ressourcen aktiviert und maladaptive Bewältigungsstrategien korrigiert. Tatsächlich reagieren viele AD(H)S-Betroffene nach der Etikettierung eines Geburtsge[1]brechens, das nicht verschwindet, mit negativem Coping. Nämlich gemäss der Schematherapie mit aufgeben (keine Aussicht auf eine Verbesserung der Symptomatik und dadurch Entwicklung von Komorbidität), distanzieren (die Proble[1]matik ignorieren, verdrängen) und/oder hyperkompensieren (neurotische Kontrolle und Verarbeitung). Diese negativen Reaktionen können jedoch verändert werden und gelten nicht als fatal! Durch ein Empowerment-Coaching, das mehr als eine klassische Psychotherapie ist, kann meistens eine Stabilisierung erreicht werden. Das Ziel dieser Tagung ist, ein kritischer Blick über die linearen Therapien bei AD(H)S zu werfen sowie ein spannender Austausch mit Betroffenen und Fachleuten in Bezug auf Erfahrungen mit Coping-Strategien und Ressourcen-Aktivierung im Alltag.

Weitere Informationen finden Sie im Flyer hier zum Download: Flyer ADHS braucht keine Therapie

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung per Mail: info@adhs20plus.ch